Der Kinderwagen ist wieder da, die Manduca aber auch noch. #zufußbaby

Da kündigt man einmal bei Twitter an, dass man heute noch bloggt - und schwupps, ist es 22 Uhr.

Nun ja.

Dass der Kinderwagen wieder da ist, ist natürlich inzwischen keine Überraschung mehr, da er auch so schon rund über zwei Wochen seiner Reparatur harrte. Aber wie das so ist: Man hört eine Weile nix und zudem kommuniziert man nur mit dem Händler, der dann wiederum mit dem Hersteller, dem er den Wagen zugeschickt hat, kommuniziert … es ist kommuniziert, wie die Leute bei Facebook sagen.

Wir hatten uns da jetzt nicht reingesteigert, das war nicht das Ziel. Aber da wir einen Kombikinderwagen haben - also mit Wannen- und Buggy-Einsatz - soll uns das gute Stück noch eine Weile dienlich sein und es hat schon arg gewackelt. Nicht das, was wir erwartet hatten, auch wenn er preislich voll ok war.

Aber weg vom Jetzt, eigentlich wollten wir mal kurz erzählen, wie wir die zwei Wochen eigentlich überbrückt haben.

Abgesehen vom “Gehen wir heute raus?”-”Der Kinderwagen ist kaputt.”-”Ach ja, dann nicht!”-Dialog.

Denn … tada:

 Tragespätzle. Quelle: Sash

Tragespätzle. Quelle: Sash

Der etwas müde Spätzle-Blick kommt nicht von ungefähr: Am Körper getragen werden ist etwas, was er bisher im besten Falle toleriert. Wir haben vor Monaten schon ein Tragetuch ausprobiert, das hat den kleinen schneller zum Weinen gebracht als ein versehentliches Anniesen oder drei Stunden ohne Milch.

Da wir aber nicht einfach einen Kinderwagen mieten wollten und auch mal Interesse an Alternativen hatten, haben wir eine Trage bestellt. Sicherheitshalber als Mietkauf. Volle 100 Euro bezahlt, aber vier Wochen lang hatten wir die Möglichkeit, sie zurückzugeben und 75 Euro zurückgezahlt zu bekommen. Könnten wir immer noch machen, aber eigentlich war sie ganz praktisch und sie könnte es noch eine Weile sein. Um diese hier geht es:

Wir sind aus oben genannten Gründen jetzt nicht so die Profis in Sachen Babytragehilfe, aber ich hab schon Autos gefahren, an denen weniger eingestellt werden konnte. Beim ersten Ansehen erinnert die Manduca an ein mittelalterliches Folterinstrument und beim ersten Anlegen hat man das Gefühl, man hätte sich drei Rucksäcke umgeschnallt und ist sich sicher, dass diese eine übrige Schlaufe jetzt wirklich ein Fehler sein muss. So ist es aber nicht.

Wie gesagt: Unser Spätzle hat vom ersten Tag nach der Geburt jeden Kinderwagen geliebt, der ihm über den Weg gefahren ist, selbst die billigen Leihwagen auf der Wochenbettstation - er steht da mehr drauf als auf Tragehilfen. Bei anderen Babys ist das umgekehrt.

Aber selbst Spätzle hat die Manduca wie gesagt toleriert und wir haben sie behalten, weil sie eine gnadenlos gute Möglichkeit ist, eher kompliziertere Dinge zu tun. Wenn man alleine mit dem Kleinen einkaufen muss und danach noch ein paar Treppen hoch und in den hinteren Gang beim Kinderarzt - da kommt der Kinderwagen, der auf gerader Strecke alles schlägt, weil auch noch der halbe Wocheneinkauf reinpasst und man nicht merkt, dass der kleine Mops schon die 9kg-Grenze gerissen hat, einfach nicht mehr mit - da hat die Manduca ihre Stärken. Und das mit der Verstellbarkeit bis 140 cm ist keine Lüge. Wir wissen das. *hüstel*

Ja, wir werden sie vielleicht eher selten benutzen, aber sie wird eingesetzt. Trotzdem isses toll, dass der Kinderwagen wieder da ist. Wir waren heute auch schon wieder eine Runde Chillen im Park. :)

#WMDEDGT 10/18

Öfter mal was neues. Ich mache heute mit bei #wmdedgt, dazu bin ich bisher noch nie gekommen, obwohl die Aktion bei Frau Brüllen schon ewig läuft.

Ich hab noch gar nicht so viele Beiträge von anderen gelesen, aber ich weiß, dass mein 5. Oktober zumindest mal zeitlich etwas ungewöhnlich für die meisten da draußen sein wird.

0.00 Uhr
Der Tag beginnt damit, dass das Spätzle aufwacht und somit muss Sophie es noch einmal stillen, obwohl sie gerade ins Bett gehen wollte. Ich bringe ihr noch ein paar Dinge vorbei, dann lasse ich sie alleine. Das Spätzle schläft in ihrem Zimmer und das letzte Einschlaf-Begleitkuscheln habe ich vor zwei Stunden schon erledigt. Dieses Mal kriegen sie das gut ohne mich hin.
Ich tapse in mein Zimmer, dimme die Beleuchtung auf zwei Kerzen und meine zwei Monitore runter. Die To-do-Liste hat sich mit Mitternacht zwar wieder auf 0/15 Tasks gestellt, aber der letzte Tag war lang, davon erledige ich jetzt nur noch das Weckerstellen. Obwohl es natürlich wie immer viel zu tun gäbe, ist um 0 Uhr dann doch mal Zeit fürs Rumgammeln. Das allerdings muss ich noch eine Weile machen, denn nach den letzten vier “freien” Tagen, die ich für den Haushalt, Projekte und das Spätzle hatte, bricht jetzt das Wochenende an und das bedeutet Nachtschicht.
Um dafür fit zu sein, gehe ich heute erst gegen drei oder vier Uhr ins Bett und schlafe dann aus bis Mittag.
Als erstes setze ich meine aktuelle Runde FarCry 4 fort. Ich hab vor ein paar Tagen mal wieder vom fünften Teil auf den umgeschaltet, weil es zum einen flüssiger läuft und ich zum anderen gerne mal wieder aus Montana zurück ins himalyasche Kyrat wollte. Ich spiele erst einmal ein halbes Stündchen, blogge dann hier die ersten paar Zeilen und dann kommen wohl noch zwei bis drei Missionen nach. Der entspannte Start läuft soweit ganz gut. :)

4.30 Uhr
Ich würde jetzt gerne erzählen, wie ich mich von anspruchsvoller amerikanischer Politsatire hab unterhalten lassen, aber das wäre gelogen. Am Ende hab ich neben dem Zocken allenfalls ein paar Let’s-Plays und noch gröberen Unfug angeschaut. Fail-Compilations, Comedy, Dinge, die selbst bei RTL erst nachts kommen. Jetzt ab ins Bett!

12.00 Uhr
Der Wecker klingelt. Ich verwechsele inzwischen absichtlich den Ausschalt-Button mit dem für Snoozen.

12.37 Uhr
Das Spätzle ist da! \o/
Sophie reicht mir wie fast jeden Morgen das kleine Baby ins Bett und wir zwei sind eine komplette halbe Stunde damit beschäftigt, uns gegenseitig was vorzusingen, zu lachen, den Kleinen Schelm durchzukitzeln und natürlich auch mit Kuscheln.
Zu guter Letzt erzählt Sophie dann, wie der Vormittag lief, was heute recht spannend war, denn dieses Mal war es nicht nur die Baby-Gymnastik, die die beiden durchgezogen haben, sondern sie waren auch noch einkaufen, bei der Post und haben endlich die Fahrkarten für meinen Vater besorgt, der uns hier in zwei Wochen besuchen will.

 Sport-Spätzle, Quelle: Sophie

Sport-Spätzle, Quelle: Sophie

13.05 Uhr
Sophie nimmt vier Pakete für Nachbarn an. Der DHL-Bote weiß, dass ein Baby bedeutet, dass man viel zu Hause ist. Clever.

14.00 Uhr
Es gibt Spaghetti. Natürlich nicht fürs Spätzle, aber das strampelt einen guten Teil der Zeit, den ich in der Küche stehe, friedlich mit seiner Rassel spielend und mich beobachtend in seiner Wippe, die wir genau für solche Fälle in der Küche platziert haben. Nach 20 Minuten wird es ihm aber zu viel und ich packe ihn zu Mama ins Bett, wo er sich mit Herbert vergnügt. Herbert ist ein 40x80cm-Kopfkissen und damit ein Babygegner auf Augenhöhe. Ich höre das vergnügte Quietschen beim Kochen. Und meine Güte, schmeckt das Essen mal wieder!

15.20 Uhr
Ich werde meiner To-do-Liste heute nicht gerecht werden. Eine 25-Tage-Serie. Ich weine nur ein bisschen. Dafür haben wir einen weiteren Nebenkriegsschauplatz eröffnet und das ist der Blog hier. Es ist zwar eh noch alles unvollständig, aber jetzt haben wir festgestellt, dass dieses Template die Autoren bei den Blogposts nicht anzeigen kann. Gerade heute wäre das irgendwie ja … ach je! Naja, das wird sich heute nicht fixen lassen, aber falls sich in den nächsten Tagen das Design ändert, wundert Euch nicht!

16.15 Uhr
Ich mache noch kurz die Wäsche, um nicht allzu faul zu wirken. Davor ist aber noch Spätzle-Bespaßung angesagt. Hab ihm vermitteln können, dass er nicht weinen muss, weil der Papa ja immer noch einen sehr lustigen Bart hätte. Dann haben wir uns ein wenig über die irre Logik dahinter kaputtgelacht.

17.01 Uhr
Ich werde daran erinnert, dass ich mir eigentlich Bulgursalat für die Arbeit machen wollte, ich hab noch gar nix gepackt, wollte noch duschen und das Spätzle hängt zwischenzeitlich im Babybay-Gitter fest, weil es seine eben geschenkt bekommenen Rassel-Söckchen ein wenig zu toll findet.

17.39 Uhr
Geduscht habe ich, das Spätzle sitzt seelenruhig bei Mama in der Küche und während ich das schreibe, habe ich schon einen Socken an. Ich sollte mich dringend daran erinnern, dass es eigentlich scheißegal ist, wann ich mit der Arbeit anfange. Aber Pläne sind Pläne. A propos: Wenn beim Rausgehen den Müll noch mit runternehme und auf dem Weg zum Bahnhof den Brief an meinen alten Herrn einwerfe, habe ich mein Soll von 15 To-do-Listenpunkten zusammen. Hab ich schon mal erwähnt, dass die Freitage gerade stressig sind?
(Und heute ist noch der harmlose mit nur einem Job!)

18.01 Uhr
Ich versuche dann gleich mal, den Eintrag live zu schalten und bei #wmdedgt zu verlinken und dann ist dieser Tag zumindest für hier vorbei.

18.15 Uhr
Ich mache mich dann jetzt mal auf zur Arbeit. Und was ich da so mache … nun ja, da hab ich ja nun schon mehr als nur einen Text drüber geschrieben.

Elternbriefe

Vieles lernt man ja erst im Laufe des Elternseins. Und ja, natürlich auch Dinge, die man vorher hätte wissen können. Die Elternbriefe des Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. (ANE) gehörten in unserem Fall dazu. Wir haben über einen Bekannten erst kurz bevor der erste Brieg eingetrudelt ist überhaupt davon gehört. Und dass die ganz hilfreich sein sollen.

Und das stimmte.

 Die aktuellen Elternbriefe 5 + 6 des ANE. Quelle: Sash

Die aktuellen Elternbriefe 5 + 6 des ANE. Quelle: Sash

Da sicher einige Nicht-Berliner jetzt Fragen haben: Der Arbeitskreis neue Erziehung e.V. ist hervorgegangen aus einem, nun ja, Arbeitskreis, der nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um erziehungsmäßig mal was ohne Nazimethoden zu machen. Und heute berät der Verein vom Bund unterstützt Eltern in allen möglichen und unmöglichen Situationen mit Informationen und als Besonderheit in Berlin bekommt man die ersten vier Elternbriefe automatisch zugeschickt, allerdings sind sie auch in anderen Städten kostenlos bestellbar (Hier ein Link zur ANE-Seite). Diese Briefe bestehen aus einer recht eng bedruckten DINA4-Doppelseite - also vier Seiten - in denen übersichtlich beschrieben wird, was das Baby im nächsten Monat so alles können und lernen wird, was man als Eltern dabei machen kann und vermeiden muss, einfach eine nette und hilfreiche Kurzübersicht, so dass man ganz bestimmt nix wichtiges verpasst und vergisst.

Gerade als Erstlingseltern ist man zum einen zwar schon bedient von den zigtausend Sachen, die man nun zu beachten hat, andererseits sind viele von diesen zigtausend Sachen dann halt auch unwichtig, übertrieben, widersprechen sich ohnehin selbst oder man braucht sie einfach erst in fünf Monaten und nicht jetzt.

Und natürlich wird man weiter nicht umhin kommen, hier und da wegen Dingen im Netz rumzuschauen oder sich aus Büchern und Broschüren ein recht umfangreiches Wissen anzulesen. Das alles ersetzen die Elternbriefe allenfalls zu einem geringen Teil.

Aber sie sind zum einen inhaltlich gut und zum anderen aber auch durch die strenge Fokussierung auf je einen Monat (später etwas mehr, aber so weit sind wir hier im Haushalt noch nicht) und die wichtigen großen Themen angenehm kurzweilig und halt sehr direkt hilfreich. Nicht zu vergessen, dass der ANE eine der wenigen Einrichtungen ist, die weder kirchlichen noch esoterischen Bullshit verbreitet und die Elterenbriefe offenbar permanent der aktuellen Entwicklung anpasst.

Ihrer Kürze wegen gehen die Elternbriefe selbst etwas zu wenig auf beispielsweise fremdsprachlich aufwachsende Kinder, Behinderungen oder sonstige etwas seltenere Lebensumstände ein, sprechen das aber dennoch an und der ANE stellt noch mehr Informationen zusammen als nur diese BElternbriefe. Und die sind eine Kurzzusammenfassung ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Und immerhin das machen sie wirklich sehr gut.

Gekauftes: Der Dschungel

Spielzeuge. Sie können das Leben enorm erleichtern. Also wenn man Kind ist natürlich sowieso. Aber es kommt ja auch den Eltern zupass, wenn das Würmchen sich beschäftigt, ohne dass man es ständig im Arm halten muss. Das Spielzeug, das uns beiden Spätzle-Aufsehern die meiste Freizeit beschert hat, war:

 Spätzle im Dschungel, Quelle: Sash

Spätzle im Dschungel, Quelle: Sash

Spielebögen sind eine wunderbare Sache und es war ein langes Hin- und Herüberlegen, bevor Sophie dafür sorgte, dass wir uns gleich zu Beginn eine doch eher teure Komplett-Anlage mit Musik, Licht, Geknister und einem Zebra angeschafft haben. Zu einem Zeitpunkt, wo das Spätzle sich noch nicht einmal der Existenz seiner Hände bewusst war. Aber ja, er hat sich aufs Anschauen der vielen bunten Farben beschränkt und man - ja, das ist so gewesen - eigentlich viel andauerndere Beschäftigung erreichen konnte, indem man den Kleinen unter eine seiner fünf Lieblings-Deckenlampen in der Wohnung gelegt hat.

Aber dann zeigte sich doch sehr bald, dass es cool war, dass er von allen Seiten mit farbigen oder irgendwie sonst aufmerksamkeitsheischenden Dingen umgeben war. Oben auf der Musik spielende Tukan, neben ihm das knisternde Blatt und außerdem wackelte alles, wenn man gegen eine der vier Streben tritt. Das unwichtigste dabei ist, dass der Tukan auf Bewegung reagiert, für ein Baby scheint der Anblick des Filz-Äffchens schon genug Musik zu sein. Aber es war eine wohlüberlegte Entscheidung, eben nicht einen Holzbogen mit drei Teilen zu kaufen, sondern ein voll bespielbares Teil, bei dem der kleine Affe sich schon im Wind bewegt, man die Stäbe verbiegen, bei den Liedern mittanzen und am Ende den Löwen sogar abmachen und ihn mit zur Kinderärztin nehmen kann.

Und ja: Was Löwen und Zebras im Regenwald suchen, wissen wir auch nicht. ;)

Nein, wir haben wirklich das Gefühl, uns da richtig entschieden zu haben, denn er nutzt das Ding jetzt schon seit Monaten. Erst gucken, dann dagegenhauen, jetzt greifen und drin rumrollen, vermutlich wird das Ding erst uninteressant, wenn das Spätzle Fliegen lernt. Und wenn wir schon dabei sind, so ein teures Ding mit einem Amazon-Link zu bewerben: Das Ding sieht nach allem Rupfen, Reissen, Reinbeissen und Einspeicheln immer noch aus wie am ersten Tag. Daumen hoch, ganz ehrlich!

Baby-Spielzeug-Update

Die beiden aktuell beliebtesten Spätzle-Spielzeuge:

 Links: Hans-Georg (eine Flasche), rechts: Horst (eine noch größere Flasche). Quelle: Sash

Links: Hans-Georg (eine Flasche), rechts: Horst (eine noch größere Flasche). Quelle: Sash

Breieiei

Was haben wir stolz verkündet, wie unser Spätzle erfolgreich bereits drei Tage nach seinem vierten Monat das erste Mal Brei bekommen hat. Es war halt auch zu niedlich und wir waren damit sehr früh dran. Ja, man sagt, so fünfter bis siebter Monat sei eine gute Zeit, mit Beikost zu beginnen.

Dass wir dann wirklich quasi punktgenau zum erstmöglichen Termin begonnen haben, ist aber nicht, wie man vermuten könnte, die klassische elterliche Hybris, weil man das eigene Baby für hochbegabt hält. Wir wussten um den Zeitrahmen vorher und haben den Kleinen einfach beobachtet. Und nicht nur hat er sein tägliches Vitamin D bereits seit etlichen Wochen brav vom Löffel geschleckt und musste es nicht mit der Milch bekommen - nein, er starrte uns auch begeistert beim Essen an und war mit seinem Milchkonsum auch schon lange gut dabei.

 Das Spätzle hat die Möhren gut im Griff. Quelle: Sash

Das Spätzle hat die Möhren gut im Griff. Quelle: Sash

Und was will man sagen? Er hat nach einmal skeptisch gucken einen riesen Haps genommen, er hat den Möhrenbrei regelrecht verschlungen. Er wollte nicht aufs Löffelchen warten, sondern hat sich ihm entgegengelehnt und dauernd versucht, ihn zu greifen, um schneller an das offensichtlich leckere Zeug zu gelangen. Er schien nur darauf gewartet zu haben. Und nach vier Tagen Möhrchen dann Kürbis, weitere vier Tage später Pastinaken, und wow, wie er auf Pastinaken stand!

Stand? Ja. Wir geben ihm derzeit keinen Brei mehr. Obwohl er es geliebt hat und für uns Eltern das Füttern mit Brei eine der lustigsten Beschäftigungen war, die wir bisher mit ihm hatten. Klar, eine grenzenlose Sauerei, aber eine sehr lustige eben.

Aber so wie es derzeit aussieht, hat er es nicht vertragen. Klar ändert sich bei Brei auch der Stuhlgang und ein wenig Umstellung ist sicher nötig, aber hat leicht zeitverzögert begonnen, wirklich wirklich Probleme zu haben. Zuerst haben wir es für normale Blähungen gehalten, aber die und die damit einhergehenden Schmerzen haben ihm Tag für Tag auf die Stimmung geschlagen und er hat viel geweint, ließ sich tagelang kaum beruhigen, hat nur mehr kurz und nicht mehr durchgeschlafen … es war nicht nur anstrengend für uns, sondern vor allem für ihn. Natürlich gibt’s keine handfeste Diagnose, es waren ja auch alles etwas unspezifische babytypische Probleme. Aber jetzt, eine Woche nach dem letzten Brei, kriegt er sich langsam wieder ein und es geht ihm deutlich besser. Und vielleicht belassen wir es noch ein paar Wochen dabei. Wir haben ja alle Zeit der Welt und wenn Babys in einem gut sind, dann im Vergessen. Dass er je Brei gekriegt hat, scheint das Spätzle schon nicht mehr zu wissen. Aber gierig angucken tut er uns nach wie vor oft.

Endgegner Elterngeld

Geschenkten Gäulen soll man bekanntlich nicht in die Mäuler schauen, allerdings fällt das bei staatlichen Leistungen etwas schwer, denn man muss ja selber erst einmal sehr viele Daten in jene Gäule stopfen, damit am Ende was dabei rauskommt ... ok, ich sehe schon: schlechte Metapher.

Wie viele Eltern haben wir uns um die Geburt unseres Spätzles eine Weile lang mit Elterngeld komplett freigenommen und hatten im Wesentlichen auch vor, die zwischenzeitlich erfolgte Teilzeit-Wiederaufnahme der Arbeit mit Elterngeld Plus etwas einfacher zu gestalten. Dafür ist das da, das kann man ja nutzen.

Wir sind es gewöhnt, dass sowas bei uns schwierig ist. Sophie studiert und ist nebenberuflich selbständig, ich habe einen sozialversicherungspflichtigen Job, einen Minijob und betreibe das Schreiben freiberuflich nebenher. Freilich mit schwankenden Einkünften bei allen drei Tätigkeiten. Kein Max-Mustermann-Fall. Aber wir haben unsere Dokumente sortiert zur Hand und sind geübt mit solchen Sachen. Sophie ist die beste Rechercheurin, die ich kenne, am Ende haben Steuererklärungen, Anträge und co. bei uns Hand und Fuß.

Beim Elterngeld - genauer: vor allem beim Elterngeld Plus - geht es dann schon einmal damit los, dass es unfassbar schwer war, Berechnungen zu finden, die uns irgendwie weiterhalfen bei der Frage, wie hoch das bei uns ausfallen könnte, wenn wir wo wie viel in Teilzeit gehen würden. Wir checken sowas immer im Voraus, denn wir kennen das Spiel, dass man am Ende einen Heidenaufwand betreibt, nur um letztendlich mit 2,50€ im Jahr abgespeist zu werden. Was dann einfach bedeutet, dass es sich nicht lohnt und dann lassen wir das auch. Man lernt mit der Zeit, seinen Arbeitsaufwand wertzuschätzen und wir haben das Glück, im Zweifelsfall sagen zu können, dass wir nicht fünf Stunden für 20 € verschwenden müssen, weil wir den Zwanni viel schneller zusätzlich verdienen können, mit weniger Zeitaufwand.

Nun hat Sophie für sich gesehen, dass sie gleich den Mindestbetrag beim Elterngeld beantragen kann, weil eh nicht mehr bei rumkommen würde und das wesentlich weniger Arbeit bedeutet. Bei mir sahen wir gute Chancen, am Ende mit dem Doppelten rauszulaufen, also ist ausgerechnet mein "leicht komplizierter" Antrag vollständig. Wir hätten das mit belastbaren Zahlen vorher selbst gerechnet, aber wir konnten es nicht.

Dann kam gestern mein bewilligter Antrag zurück, bei dem für alle kommenden EG+-Monate der Mindestbetrag rauskam. Das alleine war schon ärgerlich genug, aber alleine deren krude Berechnung halbwegs (!) zu durchschauen hat uns beide etliche Zeit gekostet. Und Sophie studiert Dinge mit Zahlen, wir haben beide Abitur und meistern Steuererklärungen ohne Steuerberater und haben sogar mal ein Gerichtsverfahren ohne Anwalt bestritten. Wir sind vielleicht nicht die hellsten Kerzen auf jeder Torte, aber hell genug um Licht auf ein zweiseitiges Schreiben zu werfen mit Sicherheit. Wie sollen das Leute schaffen, bei denen nach der Hauptschule Schluss war?

Nun aber zum Eigentlichen: Wie frech das Ganze ist. Schön gewesen wäre z.B. ein Hinweis, dass ich weniger Stress hätte, nur den Mindestbetrag zu beantragen. Eklig wurde es dann aber, dass Sophie nach vier Wochen Bearbeitungszeit ein Formular zugesandt bekam, das sie zuvor schon erhalten hat, aber nicht ausgefüllt, weil das bei Beantragung des Mindestbetrags hinfällig ist. Was gleich unter der Überschrift steht.

Also hab ich angerufen. Bzw. zuerst mal den Wecker gestellt, denn die Telefonsprechzeiten sind "Mo, Mi + Fr. 9-10 Uhr". Das hat gut geklappt und ich will der Sachbearbeiterin sogar grundsätzlich die Bereitschaft zur Mithilfe unterstellen, aber es kamen wirklich so Sätze wie:

"Ja wissen Sie, Ihr Antrag! Das war auch nicht leicht für mich!"

Bitte? Tut mir leid, dass ich mehr als einen Job habe? Aber ich hab gekontert und gesagt:

"Naja, wir hatten's auch nicht leicht, das alles zu durchschauen und korrekt zu beantragen."

"Aber Sie kennen ja ihre Situation! Für mich ist das ja alles ganz neu!"

Ich bin da gar nicht so kleinlich normalerweise, aber einfach nur NEIN! Wir machen unsere fucking Arbeit und es ist das beschissene Amt, das beschließt, einfach mal nur Lösungen für Max Mustermanns übersichtliche Familie anzubieten, anstatt der Lebenswelt da draußen gerecht zu werden. Ich arbeite legal und alle Tätigkeiten sind für sich auch sehr sehr normal. Das einzige Problem ist, dass eine Bürokratie, die mir all diese Arbeiten erlaubt, nicht damit klarkomme, dass ich mehr als eine davon mache. Und meine werte Sachbearbeiterin sollte über den schwierigen Teil - das Elterngeld - schon mal ganz gut Bescheid wissen. Aber ja, vermutlich muss sie dieselben unnützen Formulare verwenden ...

Und dass Sophie ihren Extra-Bogen nicht abgeschickt hat, weil da stand, das sei nicht erforderlich?

"Das steht da nicht."

Doch, Himmel, Arsch und Zwirn!

"Na, Sie soll's mir mal schicken."

Diese Willkür. Aber mach Du als Antragsteller mal einen echten Leichtsinnsfehler!

Wir haben am Ende übrigens rausgefunden, dass das soweit leider alles stimmt und dass es wie immer darauf rausläuft, dass man halt aus dem Elterngeld als Geringverdiener mit entsprechend geringeren Einbußen bei Teilzeit wegen diverser Abzüge trotz der theoretisch prozentual höheren Begünstigung meist weniger rausbekommt. Uns bringt das nicht um, wir haben auch schon eine Idee, wie wir das jetzt anders machen. Ein erlaubter Cheat. Wir werden trotz Teilzeitarbeit normales Elterngeld nehmen, das uns dann bis runter zum Mindestbetrag gekürzt wird. Dann haben wir pro Monat doppelt so viel Geld (Elterngeld Plus sind 150 € im Monat, normales Elterngeld 300.) und wir sind die für uns eher hinderlichen Einschränkungen bei der Arbeitszeit (unbedingt 25 - 30 Stunden pro Woche, nicht mehr, aber auch nicht weniger!) schneller wieder los, weil sich ja auch die Bezugsdauer halbiert. Völlig absurd, wenn man davon ausgeht, dass es ja eigentlich darum gehen soll, dass wir mehr Zeit fürs Spätzle haben, aber über den eigentlichen Sinn von staatlichen Leistungen denkt man besser eh nicht weiter nach, der wird ja gerade am unteren Rand der Einkommensverhältnisse sowieso ständig verfehlt.